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TEIL 6

Save the Hüttis Wildlife

August 1989 – Mai 1991

Hüttisstrasse
Stauffacher
Scheideggstrasse 63
Kronenwiese
Limmatstrasse 217
Habsburgstrasse 32
Rote Villa im Rietberg-Park 
Bäckerstrasse

Im Sommer 89 stehen die BewohnerInnen der Hüttisstrasse am Ende der Miet-Erstreckung. Sie lancieren ihre letzte Kampagne ‚Save the Hüttis Wildlife’ und kaufen sich ausrangierte Postwagen der Bahnpost, die sie zu fahrbaren Hütten umbauen. Ab dem 1. Oktober 89 erklären die verbliebenen MieterInnen den Auszugsboykott.
Die BesetzerInnen der Scheideggstrasse ziehen nach der Räumung Mitte März 1990 an die ‚Hüttis’. Am 1.4.90 ziehen alle termingerecht an der Hüttisstrasse aus und besetzen die Kronenwiese oberhalb der Kornhausbrücke in Zürich-Unterstrass. Die ehemaligen BesetzerInnen der Scheideggstrasse organisieren sich Tipis und bauen Häuschen.

Nach wie vor sucht die Gruppe geeignete Häuser für ihre Lebensgemeinschaft von 25 Personen – nun als ‚Verein zur Erhaltung von billigem Wohnraum’. Im Herbst 90 verlassen sie die Kronenwiese und besetzen leerstehende Häuser – vor allem städtische. Weiterhin erfolglos. Seit mehreren Jahren stehen sie mit den Verantwortlichen der städtischen Liegenschaftenverwaltung in Kontakt, um Liegenschaften im Baurecht übernehmen zu können. Obwohl sie mehrere  geeignete Objekte vorgeschlagen haben, stossen ihre Bemühungen auf wenig Gegeninteresse.
Im Frühling 91 besetzen sie an der Freiestrasse in Zürich-Hottingen zum ersten Mal ein Haus in Privatbesitz. Die verantwortliche Erbengemeinschaft steigt unerwartet schnell auf den angebotenen Gebrauchsleihvertrag ein und ermöglicht es so den BesetzerInnen, 21/2 Jahre in diesem Haus zu wohnen.

Die Bäckerstrasse – eines der ältesten Häusern mit Gross-WG’s - ragt aus den Besetzungen der frühen 90’er heraus. Zu diesem Zeitpunkt sitzen die meisten BesetzerInnen zufrieden in ihren Häusern und werden – wenn überhaupt – erst aktiv, wenn die Räumung ansteht. Anders die etwa 40 BewohnerInnen der Bäckerstrasse: Sie versuchen mit verschiedensten farbigen, frechen und militanten Aktionen ihren Wohn- und Lebensraum zu erhalten, müssen sich aber auch gegen zwei Angriffe der privaten Sicherheitsfirma ‚Protectas’ wehren.

Im Juli 92 wird die Bäckerstrasse von einem martialischen Polizeikommando geräumt, nachdem sie ein Jahr besetzt gewesen ist und davor 9 Monate im Auszugsboykott gestanden hat (> Teil 7).