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TEIL 7

Autonome Kultur Werkstatt

Mai 1991 – Ende 1992

AKW Wohlgroth
Sommersmog
Bäckerstrasse
Kanzlei
Platzspitzräumung

Die autonome Kulturwerkstatt Wohlgroth stellt den Höhepunkt des Lebens und der Kultur in den besetzten Häusern dar. Hier findet während 21/2 Jahren (Mai 91 – November 93) vieles Ausdruck, was sich innerhalb eines einzelnen Hauses nicht umsetzen lässt. Raum zum ausprobieren, eine Oase inmitten der boomenden ‚little big city’. Ein Ort, ohne kommerziellen Druck, der vielen MusikerInnen und KünstlerInnen die Plattform für erste Auftritte bietet.
Hier findet die erste Techno-Party Zürichs statt, die Gebrüder Freitag produzieren in einer Ecke ihre ersten Taschen, in einer Garage wird das erste Züri-Bier nach dem Niedergang der stolzen Stadtbrauereien hergestellt, ...
Obwohl sich nur wenige alt 80er am Betrieb der Wohlgroth beteiligen, gelingt es den BetreiberInnen, nicht mehr die selben Fehler zu machen, wie im AJZ. Von Beginn weg gibt es einen Junkie-Raum und eine Notschlafstelle für Frauen. Die BesetzerInnen können immer wieder rechtzeitig verhindern, dass sich der Deal auf dem Areal etabliert – vor dem Hintergrund der Junkie-Hetze im Quartier eine beachtliche Leistung.

Während die AKW Wohlgroth blüht geht das Quartierzentrum Kanzlei ein. Zwei Abstimmungen gehen verloren, mit denen der Betriebskredit verlängert werden sollte. Typisch für dieses Projekt, dass es keinen Tag länger besteht, als dass die städtischen Subventionen flossen.
Die Polit-Szene, welche dem Abstimmungskampf meist gleichgültig gegenüber gestanden ist, verschafft ihrem Unmut in einer kurzen Kampagne ‚Räume statt Räumungen’ Luft. Mehreren grössere Demonstrationen folgen aber keine weiteren Taten.

Der Platzspitz wird definitiv geschlossen, ohne dass sich die städtische Drogenpolitik wesentlich geändert hätte. Die vertriebenen Junkies ergiessen sich in die Hinerhöfe der Kreise 5 und 6. Der einzige Erfolg der polizeilichen Verfolgungsjagden besteht darin, dass sich die Drogenszene in die benachbarten Quartiere verlagert. Wie fast zehn Jahre früher am Platzspitz – einfach 400 Meter weiter westlich – lassen sich die Junkies auf einer wenig benutzten Brache nieder: Den stillgelegten Geleisen des Bahnhof Letten.